Der Junior ist jetzt drei Jahre alt. Und er mag Musik. Zumnindest singt er gern und freut sich gar, wenn sein alter Herr (das bin ich) hin und wieder die Gitarre vom Schrank holt, und das ein oder andere Kinderlied auf ihr schrammelt.
So begab es sich dann auch, dass ich – naiv, wie ich nunmal bin – glaubte, die Zeit sei nun gekommen, den Junior in die Weihen der wahren Musik – also des gepflegten Jazz – einzführen. Sich dessen bewusst, dass es für den Start durchaus etwas Mainstreamigeres sein dürfe, griff ich zu leichter Kost. Till Brönner sollte es sein. Also ein Künstler, an dem man in fortgeschrittener Jugend des Nachwuchses irgendwann auch mal mahnend erklären könnte, wo man als begnadeter Musiker enden kann, wenn man seine Seele verkauft. Nämlich als aalglatter Castingjuror in einer drittklassigen Musikshow.
Aber ich schweife ab. Ich schob also den Silberling mit einem der frühen Werke Brönners ins Laufwerk, die Musik begann. Der Junior lauschte einen Moment irritiert, dass Rolf Zuckowski bzw. Volker Rosin, diese Elternohrenschinder, auf einmal so anders klangen. Dann blickte er mich verstört an und sagte mit fester Stimme:
“Papi, das klingt wie eine Müllabfuhr.”
Jetzt, wo ich meine in Scherben darniederliegende Contenance mühsam wieder eingesammelt habe, muss ich sagen, manche Dinge sollte man einfach wachsen lassen und keinesfalls forcieren. Da sieht man mal wieder, welche Narben übertriebener Ehrgeiz auf elterlichen Seelen hinterlassen kann.
In diesem Sinne: “Gut Pfad!”