Kindermund :: Auf der Zielgeraden

Höhenstraße am Teide auf Teneriffa mit einem Blick auf die Wolkendecke
Wir warten ja seit nunmehr 9 Monaten auf die Ankunft einer kleiner Dame. Und je näher der entscheidende Tag rückt, desto aufgeregter ist die Kleinfamilie. Vor allem der Junior hibbelt rum und fragt ständig, wann die kleine Madame denn nun endlich aus dem Bauch kommt. So auch heute Morgen wieder.

Als wir ihm dann erklären, dass auch er sich viel Zeit gelassen habe und wir ihn 11 Tage nach dem errechneten Termin auf die Zielgerade zwingen mussten, meint er nur ganz trocken:

“Ja, das war doch auch klar. Ich wusste ja damals noch gar nicht, wie schön es bei Euch ist.”

Seitdem ist der Tag für uns gerettet und wir werden ihn bitten, seinem Geschwisterchen heute Abend genau das durch den Bauch zuzuflüstern.

Ein Jahr, ein Junior

Ultraschall Moritz Heute vor einem Jahr war einer der – wenn nicht gar wirklich DER – glücklichste Tag meines Lebens. Auf meinem Geburtstagstisch lag die Nachricht, dass wir – so denn alles gut ginge – bald zu dritt unsere vier Wände und den Rest des Lebens teilen würden. Beim Geburtstagskaffee mit Freunden dauergrinste ich wie eine Honigkuchenpferd konnte ich unser kleines, großes Geheimnis kaum für mich behalten.

Ein Jahr später ist dieses große, kleine Wunder bei uns. Und zwar schon seit nunmehr 3 1/2 Monaten. Es ist zwar entgegen anders lautender Behauptungen nicht alles anders geworden, aber einiges wohl schon.

Es sind diese morgendlichen Minuten, wenn der Junior aufwacht und friedlich vor sich hin glucksend die Welt entdeckt und mit der Sonne um die Wette strahlt. Es ist das herzzerreißende Geschrei, wenn die Beste nicht binnen von Sekunden die gewünschte kulinarische Versorgung bereitstellt. Es sind diese tausenden von kleinen Augenblicken, die seit dem 11. März das Leben bereichern.

Der Taufpfarrer zitierte in seiner Taufpredigt Arjen Robben mit seinem Satz vom “zweiten Leben” und bezog dies natürlich auf die Aufnahme des Juniors in die Kirche. Doch auch uns Eltern wurde mit der Geburt ein “zweites Leben” geschenkt. Eines, das nicht mehr wegzudenken ist.

Und so bleibt mir nichts anderes an diesem Sonnentag, als überdankbar, voller Glück und Demut und mit großer Zuversicht nach vorn zu schauen.

Ein zweites Leben

Taufe von Moritz am 26.96.2010 in der Petrikirche

Im Höhepunkt zweier Liebenden

entsteht Hoffnung.

In Monaten voller Hoffnung und Freude

wächst ein Wunder heran.

Nach Stunden voller Schmerzen

erblickt ein Wunder das Licht der Welt.

In diesem ewigen Wunder

wird zwei Menschen ein zweites Leben geschenkt.

In diesem zweiten Leben,

hat das Glück einen Namen bekommen.

Deinen.

[für Moritz, Juni 2010, alle Rechte vorbehalten]