Aus Gründen: Fußball-Lyrik

drin bleiben VfL Bochum

Der frühe Vogel freut sich mal,
sein Club, der hat Erfolg am Ball.
3:0 hieß es am Ende,
mit Peter kam die gute Wende.

Jetzt läuft es wieder rund am Leder,
ins Stadion strömt auf einmal jeder.
Erhalt der Klasse bleibt das Ziel,
wir hoffen auf manch gutes Spiel.

Erst Frust, Enttäuschung und Gewimmer,
so ist’s beim VfL fast immer.
Auf dem Platz der Klassenkampf,
den Spieler quält so mancher Krampf.

Am Ende jubeln alle laut,
man mutig, froh nach vorne schaut.
Fußball im Pott, so ist das hier,
bei Currywurst und Fiege Bier.

Und hier ganz tief bei uns im Westen,
da spielen schlichtweg doch die Besten.
Der VfL hat jetzt ‘nen Lauf,
wir freuen uns, Glück auf!

Glück auf VfL Bochum

Risiken aus Detroit – Chance(n) für Bochum?

Vielleicht sollte man sich in Bochum langsam Gedanken machen, wie die Zeit nach dem Weggang von Unternehmen wie Opel und ThyssenKrupp hier aussehen könnte. Offenbar müssen wir uns endgültig darauf gefasst machen, kein bedeutender Industriestandort mehr zu sein. Doch was folgt nach?

Wie wollen Stadtentwickler, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger die entstehenden Lücken füllen? Wo liegen neue Chancen zur Entwicklung? Wie kann die Stadt attraktiv für neue Unternehmen werden? Und was sollen das für Unternehmen sein? Nie war die Zeit reifer, endlich neu zu denken und eine positive Vision zu entwickeln. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, jetzt in Schockstarre über die erneut schlechten Nachrichten zu verharren.

Und die hohen Herren von General Motors in Detroit sollten sich Gedanken über eine am Menschen orientierte Unternehmensführung machen. Es ist die eine Sache, bei dauerhaften Defiziten (so es denn welche sind) Werke oder Standorte zu schließen. Aber es ist eine andere Sache, über numehr fast ein Jahrzehnt ständig mit Werksschließungen zu drohen, Mitarbeiter unter Druck zu setzen und diese in einer permanenten Angst um ihre Arbeitsplätze verharren zu lassen.

Mitmenschliche Verantwortung sieht anders aus.

peinliche Bochumer Ackermann-Posse

Jetzt hat Ackermann seinen Auftritt im Bochumer Schauspielhaus abgesagt. Das Ganze war an pseudopeinlicher Empörung im Vorfeld nicht zu überbieten. Ich bin wahrlich kein Freund von Josef Ackermann, aber vom Schauspielhaus und der Politik zu fordern, ihn auszuladen, ist einfach nur armselig und intolerant.

Man kann trefflich darüber streiten, ob man ausgerechnet jemenden wie Herrn Ackermann zu einem Thema wie “Die Zukunft der Finanzmärkte” einladen muss, aber spannend wäre doch gewesen, ihn inhaltlich zu stellen, seine Position zu hinterfragen, sich mit ihm und seiner Sicht auseinanderzusetzen.

Es hat schon einen mehr als schalen Beigeschmack, wenn ausgerechnet Künstler wie Frank-Patrick Steckel oder sogar ein Bochumer Richter eine Ausladung Ackermanns fordern. Ein trauriges Lehrstück in Sachen Toleranz, Meinungsfreiheit und Demokratieverständnis.

Und mindestens genauso peinlich ist am Ende, dass sich ein Medium wie die WAZ bzw. DerWesten nicht blöd genug sind, zu diesem Quatsch noch ein Online-Voting zu machen, um dem Pöbel eine Stimme zu geben und die Empörungswelle mitzusurfen. Springer-Niveau und Klickgeilheit lassen grüßen.

Am Ende kann man nur einmal mehr feststellen, das Bochum sich imagetechnisch munter weiter demontiert. Einfach nur traurig.

Tipp: Perfekte Weihnachtsstimmung mit Bugge Wesseltoft

Als ich beim Bochumer Marketing-Award mit dem Pfarrer der Christuskirche, Thomas Wessel, ins Gespräch kam, weiteten sich irgendwann meine Augen und glänzten. Pfarrer Wessel hatte mich netterweise auf eines der wohl schönsten Weihnachtskonzerte aufmerksam gemacht, die ich mir nur vorstellen kann.

Bugge Wesseltoft, DER skandinavische Jazzpianist schlechthin, kommt am 30. November um 20 Uhr in die wunderschöne Christuskirche um sein berühmtes Weihnachtsalbum “It’s snowing on my piano” live zu spielen. Es ist eines von nur fünf europaweiten Konzerten.

Ich kenne kein Weihnachtsalbum mit ähnlich viel Tiefgang, das wunderbare Weihnachtsstimmung transportiert. Also, unbedingt hingehen.

Auch Nils Landgren kommt mit seinen Freunden wieder in die Christuskirche und wird wohl wieder ein wunderbar entspanntes, jazziges Weihnachtsmusikfeuerwerk abbrennen. Auch das Konzert sei wärmstens empfohlen.

Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse

Bildrechte: Ponte 1112

Ich bin bekennender Radfahrer. Teils der Umwelt zuliebe, teils aus reiner Bequemlichkeit weil ich nicht gerne laufe.

Immer wieder treibt mir dabei der Zustand des kommunalen Radwegenetzes in Bochum die Zornesröte ins Gesicht. Radwege sind aufgrund sich hochdrückender Baumwurzeln, maroder Pflasterung oder dreist parkender Autos nicht nutzbar. Und wenn sie es denn sind, enden sie oftmals abrupt im Nirwana.

Gerade im Herbst und Winter setzen die kommunalen Radwegeverwalter im ganzen Spiel zur finalen Blutgrätsche an. Radwege sind unbeleuchtet und werden weder entlaubt noch vom Schnee befreit. Ich weiß nicht, ob es über die Vorstellungskraft der Planer geht, dass es Menschen mit der Änderung ihres Mobilitätsverhaltens ernst meinen und aufs Rad umsteigen. Oder steckt gar eine perfide Strategie dahinter, die Menschen in den chronisch defizitären und in diesen Monaten ach so virenschwangeren öffentlichen Nahverkehr zu zwingen? Man weiß ja nie.

Ich würde diesen Menschen gerne die rote Karte zeigen und sie wegen üblen Fouls und Spielbehinderung vom Platz stellen. So wird das mit der lokalen Klima-Agenda jedenfalls nix. Aber es ist natürlich viel schöner, sich mit Opels neuestem Elektroautoprojekt im Licht der Presse zu sonnen, als sich mit solch profanem Zeug wie Radwegen auseinanderzusetzen. Ich fürchte nur, dass mit dieser Strategie der Zwangs-Abstieg in die zweite wenn nicht gar die dritte Klima- und Mobilitäts-Liga vorprogrammiert ist. Im Kulturbereich hat man das ja schon erfolgreich vorgemacht.

Bochum, sechs, setzen!

Bildquelle: Ponte112