Online-Strategie in Bildern mit Pecha Kucha

Es war eine echte Herausforderung, die ich da zu bewältigen hatte. Auf der Next-Banking-Tagung im Berliner SelfHUB durfte ich gestern einen Vortrag über die Online-Strategie der GLS Bank halten. Allerdings war nicht ein Standard-Powerpoint-Vortrag gefordert, sondern ein sogenannter Pecha Kucha-Vortrag. Noch nie gehört? Macht nix. Ich bis vor wenigen Wochen auch noch nicht.

Aber wikipedia macht einen ja schlauer. Und so erfährt man dann, dass es bei Pecha Kucha ein sehr starres Korsett zu beachten gibt. Man hat exakt 6:40 Minuten Zeit und darf 20 Charts à 20 Sekunden präsentieren. Aber das ist noch nicht alles, man darf/sollte ausschließlich mit Bildern arbeiten.

Nach viel Vorbereitungsstress und auch ein weng Angstschweiß ist letztlich dieses Resultat dabei herausgekommen. Und was soll ich sagen, es hat sogar einen Heidenspaß gemacht. So einen Spaß, dass ich sogar überlege, das jetzt öfter zu machen.

Leistung, die Leiden schafft

NYSE - Wall Street

Ich will nicht langweilen, doch auch dieser Beitrag beschäftigt sich mit der aktuellen Finanzkrise. Schrieb ich Finanzkrise? Ja haben wir denn überhaupt noch eine? Jetzt, wo der Statt sein 500 Milliarden-Euro-Rettungspaket in 5 Tagen ausgearbeitet, durch die Instanzen gepeitscht und verabschiedet hat. Eine tolle Leistung.
500 Milliarden in 5 Tagen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Also ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich macht das skeptisch. Wohl wissend, dass es zum staatlichen Eingriff wahrscheinlich keine Alternative gibt, finde ich es befremdlich, dass der Staat und die dahinter stehende Politik nun richten soll, was die Wirtschaft nicht schafft. Erinnert sich denn plötzlich niemand mehr daran, dass die ersten deutschen Finanzinstitute, die in Schwierigkeiten gerieten, ausgerechnet diejenigen waren, die in ihren Aufsichtsgremien vom Staat bzw. Politfunktionären kontrolliert wurden? Die geballte Kompetenz von Leuten wie Glos, Westerwelle und Konsorten? Leute, die einst die Tigerstaaten in Asien als Vorbild beschworen, die die Ausweitung der wirtschaftlichen Freizügigkeiten propagierten und sich gegen eine Begrenzung von Managergehältern oder zumindest eine verstärkte, persönliche Haftung aussprachen.
Ich fürchte, das Rettungspaket kommt zu früh. Bei der Berichterstattung der letzten Tage werde ich jedenfalls das Gefühl nicht los, dass wir alle bisher nicht wirklich etwas aus der Krise gelernt haben. Selbst ernannte Experten in diversen Ratgeber- oder Informationssendungen sprechen auf einmal wieder vom „idealen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg in die Märkte“. Manchmal möchte ich sie anschreien, sie schütteln und fragen, ob sie noch ganz bei Trost sind. Wir vielleicht – denn so genau kann man das nicht wissen – gerade haarscharf an einer massiven Krise vorbeigeschrammt. Und ich bin sicher, dass wir die Talsohle noch nicht erreicht haben. Wie kann man da bereits jetzt munter zum Tagesgeschäft übergehen und so tun, als wäre mit den 500 Milliarden die Welt gerettet und alles wieder in bester Ordnung.
Abgesehen davon, dass ich die Art und Weise des staatlichen Eingriffs in Form von Bürgschaften und Genussrechtskapitals mehr als fragwürdig – um nicht zu sagen fahrlässig und dämlich – finde, kann dies doch wohl höchstens der Anfang sein. Folgen müssen klare Regeln – und zwar wenn möglich internationale Regeln – welche Finanzgeschäfte in Zukunft noch erlaubt sind. Vielleicht ist es eine Utopie zu glauben, dass das funktionieren wird, doch ich bin der festen Überzeugung, besser als heute standen die Chancen nie. Die Finanzbranche muss wieder auf Ihre ureigene Aufgabe – den Menschen und den Unternehmen Kapital für Investitionen zur Verfügung zu stellen – zurückgeführt werden. Geldgeschäfte, die sich völlig von realwirtschaftlichen Prozessen entkoppelt haben, gehören schlichtweg verboten.
Ein Problem wird ein solches verbot jedoch auch nicht lösen. Die menschliche Gier. Solange wir Menschen immer noch gierig einzig und allein nach der Rendite schielen und durch Investoren wie Warren Buffet („Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“) sogar noch weiter dazu aufgestachelt werden, wird sich nicht viel ändern. Über Monate hinweg, hat die Kaupthing-Bank mit Ihren weit über jeden Refinanzierungssätzen liegenden Tagesgeldzinsen den Markt aggressiv kaputt gemacht. Scharenweise sind Anleger dorthin gerannt. Ohne sich zu fragen, warum die Bank dies wohl tut/tun muss. Jetzt ist das Elend groß, die Einlagen wahrscheinlich weg. Aber im Zweifel wird dann wieder nach Vater Staat gerufen, der es richten soll und wird.
Ich fürchte, so lernen wir nie dazu. Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, was man erreicht hätte, wenn man nur einen Teil der 500 Milliarden in das marode, unterfinanzierte deutsche Bildungssystem gesteckt hätte. Ob die Menschen dann klüger geworden wären und Ihre Entscheidungen mehr hinterfragt hätten? Ob sie sich nicht von bunten Prospekten und schönen Beraterphrasen blenden ließen? Oder ist auch das eine fromme Utopie, die die Gier und die Triebe des Menschen unterschätzt.
„Leistung aus Leidenschaft“ war einmal der Claim einer erfolgreichen deutschen Großbank. Doch welche Leidenschaft war es, die diese Leistung angetrieben hat. War es die Leidenschaft, Menschen und Unternehmen zu helfen, Ihre Ideen, Vorhaben und/oder Utopien zu verwirklichen, oder war es die Leidenschaft, sich selbst und den Aktionären möglichst schnell die Taschen voll zu machen? Wo liegen denn die echten Motive von Bankern und Fondsmanagern? Rückblickend muss man wohl festhalten, „Leistung, die Leiden schafft“ wäre angemessener gewesen. Wie groß dieses Leiden sein wird? Warten wir es ab.