
Meine Erwartungen waren hoch. Wirklich hoch. Hatte Jamie Cullum doch schon vor Wochen die PR-Maschinerie für sein neues Album “Momentum” angeworfen. Kaum ein Tag auf Facebook ohne Heißmacher-Content in Bild- und Bewegtbildform.
Mich mach soetwas ja immer skeptisch bis hochgradig misstrauisch. Zu oft stellten sich die vollmundigen Ankündigungen im Nachgang als heiße Luft heraus. Doch nicht so bei Momentum. Sonntag Nacht um 22 Uhr durfte ich mir dann die Deluxe-Variante des Albums – und diese empfehle ich auch ausdrücklich zum Kauf – bei itunes herunterladen. Und was soll ich sagen, ich bin schlichtweg begeistert.
Vom ersten bis zum letzen Song großartiger Pop. Von Jazz kann man hier im Gegensatz zu den Vorgängeralbenkaum sprechen, auch wenn Jamie Cullums Können am Klavier an vielen Stellen durchblitzt. Dieses Album wird live gespielt sicher begeistern. Nicht nur weil Jamie Cullum live immer ein Erlebnis ist, sondern weil es ein abwechslungsreiches Stück Musik ist, das von der Ballade wie “Get a Hold of Yourself” bis hin zum zur Bewegung animierenden “Take Me Out (of Myself)” eine riesige Bandbreite bereit hält.
Weswegen ich die Deluxe-Variante des Albums empfehle? Nun, sie enthält sechs großartige Live-Aufnahmen, die allesamt die Studio-Versionen noch einmal toppen. Großartig zum Beispiel das schaurig traurige “Sad, Sad, World”, das Cullum im Duett mit der ebenfalls brillierenden Laura Mvula zu Gehör bringt. Mein Lieblingssong des Albums ist “Pure Imagination”, das nicht nur textlich wundervoll ist, sondern in dem auch Cullums pianistisches Vermögen brilliant zu Gehör gebracht wird.
“Momentum” ist wie gemacht für stille Abende auf der Terrasse, dem Balkon oder im Wohnzimmer. Dazu ein guter Rotwein und die Welt versinkt in Musik.
If you want to view paradise
Simply look around and view it
Anything you want to, do itWant to change the world?
There’s nothing To it[aus "Pure Imagination" von Jamie Cullum]

