Nein, dies ist kein Text über das Sparen. Es war ja gerade Fastenzeit. Passion, Leiden – Ihr habt das sicher bemerkt. Also, dies ist ein Text über Probleme. So richtig schwere Kost. Bisweilen selbstreferentiell. Hochgradig psychoanalytisch. Nein Quatsch. War nur Spaß. Ich bin ja BWLer, die können sowas gar nicht.
Aber als Kreativer Marketingfuzzi arbeite ich ja gern mit Bildern. Und irgendwie ist mir da vor kurzem ein schönes in den Sinn gekommen, das ich gerne teilen will. Vielleicht ist ja die/der eine oder andere von Euch ähnlich einfach gestrickt wie ich, und freut sich gar über diese Lebenshilfe.
Es geht um größere Probleme, mit denen wir konfrontiert sind. Beruflich, oder privat. Ganz egal. Dinge, bei denen wir das Gefühl haben, vor einem Scherbenhaufen zu stehen, weil etwas passiert ist, wir einen Fehler gemacht haben, oder uns andere ihren Scherbenhaufen hinterlassen haben. Was auch immer.
Und da ist auch schon das erste Bild. Der Scherbenhaufen. Doch trifft es das wirklich? Oft ist es doch so, dass Scherbenhaufen viel zu niedlich, viel zu klein dimensioniert sind, angesichts der Malässe, mit der wir konfrontiert sind. Und das Bild der Scherbe impliziert oftmals den Versuch, Dinge wieder kitten zu wollen. Heile machen. Puzzeln, kleben.
Doch ist es nicht oft genug so, dass wir entweder nichts mehr kitten wollen oder es gar nicht können? Wie gehen wir dann damit um? Letztens schoss mir durch den Kopf, dass eigentlich ein Trümmerfeld ein viel besseres Bild ist. Etwas wirklich Großes ist in die Binsen gegangen. Vor uns liegt ein richtig massiver Trümmerhaufen. Mit großen Brocken, kleinen Steinen. Er bedeckt einen Grund, auf dem wir etwas Neues aufbauen wollen. Was auch immer das sein mag. Um etwas Neues schaffen zu können, müssen erstmal diese Trümmer weg. Keine schöne Perspektive irgendwie. Zumal einige von ihnen vielleicht erkennbar zu groß sind, als dass wir sie so einfach beiseite schaffen könnten.
Also bedarf es doch eines planvollen Vorgehens (Erkenntnis 1). Ein Plan und die Erkenntnis einen zu benötigen, sind deswegen so wichtig, weil ungeplantes Wegräumen von Trümmern gerne mal dazu führen kann, dass die Berge nachrutschen und einen verschütten oder gar erschlagen. Ich muss mir also überlegen, wo ich mit dem Aufräumen beginne.
Am besten erstmal dort, wo ich mich nicht selbst gefährde und wo ich ein bisschen Erfahrung sammeln kann, wie ich die Brocken am besten anfasse (Erkenntnis 2). Doch noch immer gibt es ein Problem. Wohin eigentlich mit dem Zeug, das ich da aus dem Weg schaffen will?
Um auf dem verschütteten Grund Neuse schaffen zu können, brauche ich ja Platz. Die Dinge von rechts nach links zu räumen, hilft wenig. Sie stünden mir immer wieder aufs Neue im Weg. Also brauche ich einen Ablade- oder Lagerplatz (b). Wohin also mit dem Zeug? Nun, das kann vielleicht ein Tagebuch sein, wo ich die Dinge für mich aufschreibe. Vielleicht sogar ein Internettagebuch, Ihr wisst schon, dieses Blogdingens. Vielleicht sind es aber auch Gespräche mit Familienangehörigen, guten Freunden oder einem bezahlten Profi. Am besten wäre es, zu sowohl zu schreiben als auch zu reden. Das eine birgt die Möglichkeit, bei neuen Trümmerfeldern immer wieder auf die Erfahrungen vergangener Räumungen zurückzugreifen, und das andere bietet wertvollen Input, wie andere mit ihren Trümmerbergen und Räumungen umgegangen sind.
Oben schrieb ich, dass es Trümmer gäbe, die zu groß wären, als dass man sie alleine bewegen könne. Das kommt vor. Immer wieder. Um nicht wie Sissiphos zu enden, der immer wieder an seiner großen, unlösbaren Aufgabe scheitert, hilft hier nur eins. Es braucht Werkzeug, um diese Brocken erstmal klein zu kriegen, damit man sie anschließend wegräumen kann (Erkenntnis 4). Und es sollte gutes Werkzeug sein, kein billiges Zeug auf Discounterniveau. Einen ordentlichen Vorschlaghammer, vielleicht gar ein speziell gehärteter Meißel oder Bohrer. Diese Werkzeuge sind die Problemlösungsmethoden. Die kann ich im besten Fall auf Basis eigenen Erfahrungswissens selbst entwickeln, im Zweifel sollte ich aber auch hier auf Unterstützung zurückgreifen. Da gibt es Ratgeberliteratur (Obacht bei der Auswahl, denn für jedes Problem gibt es mindestens zwei sich diametral widersprechende Ratgeber), und da sind auch hier wieder Freunde, Familienangehörige, Kollegen oder eben bezahlte Profis gefragt.
Nun haben wir also das Zeug, die großen Brocken klein zu machen. Was ist nun noch zu beachten? Nun, wichtig ist, auf eine ausgewogene Bearbeitung des Trümmerfeldes zu achten (Erkenntnis 5). Wenn ich mich nur auf die großen Brocken stürze, droht schnell Üerdorderungs- und Ermüdungsgefahr. Ich verausgabe mich, verliere schnell an Kraft oder frustriere mich. Also ist es ratsam, für Abwechslung zu sorgen. Immer wieder auch mal kleinere Brocken wegzuschaffen, Erfolgserlebnisse zu haben. Denn letztere motivieren immer wieder und zeigen, dass sich die schwere Arbeit lohnt.
Und wenn man als das beachtet, ist so ein Trümmerberg vielleicht gar nicht mehr so bedrohlich, wie es anfangs den Anschein hatte. Und so ein kleiner 5-Punkte-Plan ist doch auch gar nicht schwer zu merken, oder?
Hier nochmal die Zusammenfassung:
- Es braucht einen Plan.
- Dort beginnen, wo es ungefährlich ist und man Erfahrungen sammeln kann.
- Ablade- oder Lagerplätze schaffen.
- Gutes Werkzeug organisieren.
- Ausgewogene Bearbeitung des Trümmerberges.
Dann mal viel Erfolg beim Aufräumen. Und natürlich vor allem beim Neuaufbau im Anschluss. Vielleicht lässt sich ja aus den alten Trümmern sogar was Schickes schaffen.
Glück auf, Eure Trümmerfrau!





