post Kategorie: Allgemeines post Kommentare (3) post17. Juli 2010

Still-Leben A40

Morgen ist es soweit. Erstmals seit den autofreien Sonntagen der 70er Jahre wird die zentrale Verkehrsader durchs Ruhrgebiet, die A40, von Dortmund bis Duisburg komplett gesperrt sein.

Gleichzeitig wird sie für rund 6 Stunden zur wohl größten Kultur- und Partymeile der Welt. Wir freuen uns sehr, dass wir Dank der netten Aktion der Fiege-Brauerei auch dabei sein dürfen. Mit Familie und Freunden wollen wir in Block 76 an den Tischen 25 und 26 ein buntes Pot(t)pourri von Quizfragen über Texte bishin zu Liedern darbringen.

Nachdem in den letzten Tagen nun die Einzelheiten zu den Bedingungen bekannt geworden sind, hängen jedoch über dem morgigen Tag auch einige Fragezeichen. Ich bewundere die Logistik, die es schafft, binnen weniger Stunden 20.000 Tische, 40.000 Bänke und tausende von Dixi-Toiletten an die Strecke und wieder von ihr herunter zu bringen. Respekt. Auch bin ich begeistert, dass in Abständen von wenigen hundert Metern Verkaufsstände des Sponsors Edeka aufgebaut werden, an denen man sich für wirklich kleines Geld mit Snacks, Getränken und Obst eindecken kann. Das ist prima.

Weniger prima finde ich die Anreisekonzepte, die es Radfahrern untersagen, in Verkehrsmitteln des VRR ihre Räder zu transportieren. Für Busse, Straßen- und U-Bahnen kann ich das ja noch nachvollziehen, aber im Regionalverkehr ist das natürlich verheerend. Der Radiotipp des Sprechers von Ruhr.2010, man solle sich Reservierungen holen, kann ja nur für IC-Züge mit Fahrradabteilen, nicht aber für die RE gelten. Ich kann nicht verstehen, dass die Bahn bei einer solchen Großveranstaltung mit einer Million erwarteten Besuchern nicht in der Lage ist, diese Herausforderung zu lösen.  Sei es über Taktverkürzungen, Zusatzwaggons oder andere pfiffige Ideen.

Überhaupt ist das Thema Mobilität m.E. nicht gut gelöst. Laut offiziellem Reglement dürfen auf der Mobilitätsspur und auf der Tischspur keine Fahrräder geparkt werden. Zudem gibt es keine Übergänge zwischen Mobilitätsspur und Tischspur. Diese waren in den ersten Zeichnungen des Still-Lebens noch vorgesehen. Ob diese wirklich aus Sicherheits- oder nicht doch aus Logistik- bzw. Kostengründen abgeschafft wurden, darüber kann ich nur spekulieren.

Allerdings wird so der Besuch des Still-Lebens für viele zur Farce. Viele Besucher werden Einladungen zu mehreren Tischen haben und diese per Rad besuchen wollen. Diese müssten nun – so sie sich denn an die Regeln halten – in der Nähe der Tische, die sie besuchen möchten, die Autobahn verlassen, Ihre Räder an den Ausfahrten parken und zu Fuß die Tische besuchen.

Blöder und komplizierter geht es kaum. Ich bin gespannt, ob die Realität morgen nicht doch zu kreativen “Lösungen” führt.

Aller Kritik zum Trotz freue ich mich riesig auf das morgige Ereignis. Zumal mit Sonnenschein und 24 bis 26 Grad ja ein prima Wetter angesagt ist.

Wer Lust und Zeit, ist herzlich eingeladen, uns zu besuchen.

Glück auf!

Hurra..es gibt bislang 3 Kommentare ;)

#1

Mein Instinkt sagt mir auch, dass es etwa ab 11:30 Uhr zu 60 km mitteleuropäisch geprägter “Anarchie” und abgestuften kleinen Regeldehnungen kommen wird ;)

Stefan Evertz geschrieben am 17. Juli 2010 - 15:26
#2

Hehe, vielleicht wird die A40 dann noch die gröste Anarchomeile der Welt und das “A” bekommt ab sofort eine neue Bedeutung.

Jazzer geschrieben am 17. Juli 2010 - 15:52
#3

War schön!

… und die Brötchenbox habe ich auch. :)

Jens geschrieben am 18. Juli 2010 - 21:34
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