post Kategorie: Bochum,Lokales,Politik post Kommentare (3) post23. Dezember 2009

Bildrechte: Ponte 1112

Ich bin bekennender Radfahrer. Teils der Umwelt zuliebe, teils aus reiner Bequemlichkeit weil ich nicht gerne laufe.

Immer wieder treibt mir dabei der Zustand des kommunalen Radwegenetzes in Bochum die Zornesröte ins Gesicht. Radwege sind aufgrund sich hochdrückender Baumwurzeln, maroder Pflasterung oder dreist parkender Autos nicht nutzbar. Und wenn sie es denn sind, enden sie oftmals abrupt im Nirwana.

Gerade im Herbst und Winter setzen die kommunalen Radwegeverwalter im ganzen Spiel zur finalen Blutgrätsche an. Radwege sind unbeleuchtet und werden weder entlaubt noch vom Schnee befreit. Ich weiß nicht, ob es über die Vorstellungskraft der Planer geht, dass es Menschen mit der Änderung ihres Mobilitätsverhaltens ernst meinen und aufs Rad umsteigen. Oder steckt gar eine perfide Strategie dahinter, die Menschen in den chronisch defizitären und in diesen Monaten ach so virenschwangeren öffentlichen Nahverkehr zu zwingen? Man weiß ja nie.

Ich würde diesen Menschen gerne die rote Karte zeigen und sie wegen üblen Fouls und Spielbehinderung vom Platz stellen. So wird das mit der lokalen Klima-Agenda jedenfalls nix. Aber es ist natürlich viel schöner, sich mit Opels neuestem Elektroautoprojekt im Licht der Presse zu sonnen, als sich mit solch profanem Zeug wie Radwegen auseinanderzusetzen. Ich fürchte nur, dass mit dieser Strategie der Zwangs-Abstieg in die zweite wenn nicht gar die dritte Klima- und Mobilitäts-Liga vorprogrammiert ist. Im Kulturbereich hat man das ja schon erfolgreich vorgemacht.

Bochum, sechs, setzen!

Bildquelle: Ponte112

Hurra..es gibt bislang 3 Kommentare ;)

#1

[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Johannes Korten, Monika Meer erwähnt. Monika Meer sagte: RT @jkorten Ärger von der Seele gebloggt http://ow.ly/OOQu #Radwege #Bochum #Mobilitaet #fail [...]

#2

Ich finde es ja geradewegs zum Schmunzeln, wenn du schreibst, du fährst Rad aus Bequemlichkeit … weil du nicht gerne läufst…
Aber mir scheint hier ein Prinzip am Wirken zu sein, das zum Ziel gesetzt bekommt: Am Ende müssen alle wieder ins Auto steigen. Denn: Laufen ist unbequem, da zu weit, zu nass, zu was weiß ich was. Also Umstieg aufs Rad. Radfahren ist unbequem, da die Radwege unbeleuchtet, ungeräumt und zugeparkt sind. Also Umstieg auf den ÖPNV. Der ÖPNV ist aber unbequem, da Bus und Bahn ständig Verspätung haben, zu teuer sind, zu voll, zu irgendwas. Also: Umstieg ins Auto…
Autofahren aber ist aus meiner Sicht als Pendler nicht gut, da … (ad infinitum)

Pendlerblog geschrieben am 25. Dezember 2009 - 22:20
#3

Genau das sollte ja nicht passieren. Deshalb ärgere ich mich ja so. Menschen sind nun einmal zur Bequemlichkeit neigende Wesen. Wenn ich die zu Veränderung bewegen will, dann geht das leider oft nicht ohne Anreize. Und vernünftige Fuß- und Radwege sowie ein gutes ÖPNV-Angebot sind eben Anreize für Veränderung. Natürlich sollte und darf das alles keine Ausrede werden. Da gebe ich Dir vollkommen Recht.

Jazzer geschrieben am 3. Januar 2010 - 20:03
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