post Kategorie: Allgemeines, Gesellschaft post Kommentare (0) post1. September 2010

… dass die Gesellschaft überaltert:

Wenn Du morgens beim Frühstück in der Ostseezeitung liest, dass die DLRG bei ihren Strandwachen immer weniger vermisste Kinder suchen und stattdessen immer mehr desorientierte Rentner versorgen muss.

So ändern sich die Zeiten.

post Kategorie: Gesellschaft, Politik, Soziales post Kommentare (2) post8. August 2010

Der Blätter- und Bilderwald ist in den letzten Tagen voll von Berichten über die noblen Spenden, die Bill Gates, Warren Buffett und weitere US-Milliardäre einsammeln und für gute Zwecke zur Verfügung stellen wollen.

Ich bin angesichts der Aktion „The Giving Pledge“ sehr skeptisch. Einerseits freut es mich natürlich, wenn Reiche erkennen, dass Sie mit ihren angesammelten, erarbeiteten oder auch ererbten Vermögen etwas Gutes tun können. Doch zwei Dinge machen mich dabei immer wieder stutzig.

Zum einen Frage ich mich, wie diese Vermögen zustande gekommen sind. Da wird im Falle Aldi aus Lieferanten und Mitarbeitern das letzte herausgepresst, um am Ende dann das so generierte Vermögen in eine Stiftung einzubringen, deren einziger Zweck es ist, die Unternehmensgruppe zu erhalten und zu fördern. Doch selbst, wenn die gegründeten Stiftungen oder die getätigten Spenden gemeinnützigen Zwecken dienen, frage ich mich, warum in vielen Fällen nicht bereits im Rahmen des Wirtschaftens vielmehr auf die Einhaltung sozialer, ökologischer oder kulturellen Standards und Werte geachtet wurde. Ist es nur späte Einsicht, oder die Befriedigung eigener Egoismen in der Inszenierung als Wohltäter? Letzteres kann ich menschlich nachvollziehen und will es gar nicht verurteilen. Dennoch ist es schade.

Und eine weitere Entwicklung sehe ich mit Unbehagen. Der Deutsche Multimillionär und Reeder Peter Krämer hat es gestern in einem Radiointerview im WDR2 schön zusammengefasst. Ihm bereite es Unbehagen, wenn Reiche sich entscheiden könnten, ob sie lieber Steuern zahlen oder Geld spenden. Die Besonderheiten des US-amerikanischen Steuerrechts führen nämlich zu genau dieser Entwicklung. Dort mindern Stiftungs- und Spendengelder die Steuerlast erheblich. Denkt man „The Giving Pledge“ zuende, dann führt dies dazu, dass dem Staat wichtige Gelder für die gesellschaftliche Wohlfahrtsleistung entzogen und Entscheidungen über Wohlfahrtsleistungen in den privaten Sektor verlagert werden. Reiche entscheiden dann über Förderungs- und Forschungszwecke. Doch ist eine solche Allokation der Mittel wirklich wünschenswert? Ich meine nein.

Man kann trefflich darüber streiten, ob der Staat eine optimale Mittelallokation erreicht, doch ist in einer Demokratie wenigstens sichergestellt, dass die gesellschaftliche Wohlfahrtsleistung des Staates auch gesellschaftlich (weil demokratisch) legitimiert ist. Das ist bei Entscheidungen elitärer Zirkel definitiv nicht so.

Mein „Hurra“ angesichts von „The Giving Pledge“ fällt also eher verhalten aus.

post Kategorie: Treibgut, Web post Kommentare (0) post2. August 2010

post Kategorie: Allgemeines post Kommentare (3) post17. Juli 2010

Still-Leben A40

Morgen ist es soweit. Erstmals seit den autofreien Sonntagen der 70er Jahre wird die zentrale Verkehrsader durchs Ruhrgebiet, die A40, von Dortmund bis Duisburg komplett gesperrt sein.

Gleichzeitig wird sie für rund 6 Stunden zur wohl größten Kultur- und Partymeile der Welt. Wir freuen uns sehr, dass wir Dank der netten Aktion der Fiege-Brauerei auch dabei sein dürfen. Mit Familie und Freunden wollen wir in Block 76 an den Tischen 25 und 26 ein buntes Pot(t)pourri von Quizfragen über Texte bishin zu Liedern darbringen.

Nachdem in den letzten Tagen nun die Einzelheiten zu den Bedingungen bekannt geworden sind, hängen jedoch über dem morgigen Tag auch einige Fragezeichen. Ich bewundere die Logistik, die es schafft, binnen weniger Stunden 20.000 Tische, 40.000 Bänke und tausende von Dixi-Toiletten an die Strecke und wieder von ihr herunter zu bringen. Respekt. Auch bin ich begeistert, dass in Abständen von wenigen hundert Metern Verkaufsstände des Sponsors Edeka aufgebaut werden, an denen man sich für wirklich kleines Geld mit Snacks, Getränken und Obst eindecken kann. Das ist prima.

Weniger prima finde ich die Anreisekonzepte, die es Radfahrern untersagen, in Verkehrsmitteln des VRR ihre Räder zu transportieren. Für Busse, Straßen- und U-Bahnen kann ich das ja noch nachvollziehen, aber im Regionalverkehr ist das natürlich verheerend. Der Radiotipp des Sprechers von Ruhr.2010, man solle sich Reservierungen holen, kann ja nur für IC-Züge mit Fahrradabteilen, nicht aber für die RE gelten. Ich kann nicht verstehen, dass die Bahn bei einer solchen Großveranstaltung mit einer Million erwarteten Besuchern nicht in der Lage ist, diese Herausforderung zu lösen.  Sei es über Taktverkürzungen, Zusatzwaggons oder andere pfiffige Ideen.

Überhaupt ist das Thema Mobilität m.E. nicht gut gelöst. Laut offiziellem Reglement dürfen auf der Mobilitätsspur und auf der Tischspur keine Fahrräder geparkt werden. Zudem gibt es keine Übergänge zwischen Mobilitätsspur und Tischspur. Diese waren in den ersten Zeichnungen des Still-Lebens noch vorgesehen. Ob diese wirklich aus Sicherheits- oder nicht doch aus Logistik- bzw. Kostengründen abgeschafft wurden, darüber kann ich nur spekulieren.

Allerdings wird so der Besuch des Still-Lebens für viele zur Farce. Viele Besucher werden Einladungen zu mehreren Tischen haben und diese per Rad besuchen wollen. Diese müssten nun – so sie sich denn an die Regeln halten – in der Nähe der Tische, die sie besuchen möchten, die Autobahn verlassen, Ihre Räder an den Ausfahrten parken und zu Fuß die Tische besuchen.

Blöder und komplizierter geht es kaum. Ich bin gespannt, ob die Realität morgen nicht doch zu kreativen “Lösungen” führt.

Aller Kritik zum Trotz freue ich mich riesig auf das morgige Ereignis. Zumal mit Sonnenschein und 24 bis 26 Grad ja ein prima Wetter angesagt ist.

Wer Lust und Zeit, ist herzlich eingeladen, uns zu besuchen.

Glück auf!

post Kategorie: Allgemeines, Familie, Leben post Kommentare (4) post8. Juli 2010

Oma und Opa in den 60ernDass ich meine alte Oma sehr gemocht habe, schrieb ich ja schon des Öfteren. Sie war eine ziemlich selbstbewusste und mutige Frau. Zumindest, wenn man ihr Leben im Kontext ihrer Lebenszeit betrachtet. Doch das soll jetzt hier nicht das Thema sein. Thema sind vielmehr ihre kleinen Sprüche und Lebensweisheiten, die sie mir und meiner Familie mitgegeben hat und die sie bis heute auf wunderbare Weise lebendig halten.

Ich bewege schon seit längerem die Idee in mir, diese schönen Sätze irgendwie zu verewigen und ihr damit ein kleines Denkmal zu setzen. Jeder Depp kann heute T-Shirts mit bisweilen sinnentleerten Phrasen auf den Markt werfen und die Leute kaufen das Zeug. Von “Ich habe keine Payback-Karte” bishin zu “Das ist so. Akzeptieren Sie es einfach.” ist nahezu alles käuflich. Warum sollte ich nicht also auch die wunderbaren, kleinen Weisheiten meiner Oma vermarkten.

Doch vielleicht sind es nicht nur die Weisheiten meiner Oma, die sich lohnen auf schönen Kleidungsstücken verewigt zu werden.

Was sind Eure schönsten “Spracherbstücke”? Mit welchem Satz würdet Ihr gern Eure Eltern oder Großeltern unsterblich machen?

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr sie einfach in die Kommentare haut. Vielleicht wird ja eine richtig schöne Kampagne draus.

Also, ran an die Tasten und bitte fleißig weitersagen.

Designbearbeitung (c) 2010 by J. Korten und übersetzt ins Deutsche von Hashi..Hashi's Blog